Alles richtig gemacht: Elektrotechnikermeisterin Jana Schürmann schaut zufrieden auf ihren Lehrgang im Bildungszentrum BGE Aachen zurück.

Ja zum Meister!

Weiterbildung liegt voll im Trend

Weiterbildung

Aachen. Der Handwerksmeister ist eine erfolgversprechende Aufstiegsfortbildung für handwerkliche und künstlerische Berufe. Der Meisterbrief bescheinigt dem Inhaber eine Dreifachqualifikation. Denn ein Handwerksmeister ist nicht nur Spezialist für sein Fachgebiet, sondern Ausbilder und zugleich auch möglicher Unternehmer. Jana Schürmann hat die Meisterschule in der BGE Aachen, einem Bildungszentrum der Handwerkskammer Aachen (HWK), im Bereich Elektrotechnik besucht. Im Interview mit der HWK-Auszubildenden Sinah Schürmann berichtet sie von ihrer Karriere als Elektrotechnikermeisterin.

Jana, kannst Du uns kurz Deinen Werdegang beschreiben?

Schürmann: Im Jahr 2012 habe ich eine Ausbildung zur Elektronikerin für Betriebstechnik bei der Stawag begonnen. Aufgrund meiner schulischen und praktischen Leistungen konnte ich die Abschlussprüfung ein halbes Jahr vorziehen, sodass ich bereits im Sommer 2015 meinen Gesellenbrief erhielt. Kurz darauf habe ich mich für die Meisterschule angemeldet.

Obwohl Du in der Industrie arbeitest, hast Du Dich für den Handwerksmeister entschieden. Wie kam es dazu?

Schürmann: Mir war direkt nach Absolvierung meiner Gesellenprüfung klar, dass ich beruflich mehr erreichen will. Ich habe mich vor allem im Internet über Weiterbildungsmöglichkeiten informiert. Schließlich habe ich auf der Internetseite der Handwerkskammer Aachen von den regelmäßigen Infoveranstaltungen zu den Meisterschulen erfahren. Diese finden abends oder am Wochenende statt. Ein Besuch lohnt sich, da man nicht nur wichtige Informationen erhält, sondern auch wertvolle Tipps mit auf den Weg bekommt. Letzten Endes hat mich diese Veranstaltung überzeugt. Mit dem Handwerksmeister kann ich nicht nur ein großes Spektrum an Fachwissen, sondern auch berufsübergreifende Kenntnisse vorweisen. Desweiteren genießt der Handwerksmeister ein hohes Ansehen in unserer Gesellschaft. Nicht zuletzt dadurch, dass dieser eine Voraussetzung für die Selbstständigkeit im Handwerk darstellt.

Wie läuft die Meisterschule ab?

Schürmann: Die Meisterschule wird in vier Handlungsfelder gegliedert. Die Teile l und ll mit ingesamt 1.270 Unterrichtsstunden sind fachrichtungsspezifische Module. Beim Teil l handelt es sich um den praktischen Teil, der durch die Anfertigung des Meisterstücks dokumentiert wird. Teil ll vermittelt das theoretische Wissen. Hier wird natürlich ein spezielles Fachwissen vorausgesetzt. Bei den Teilen lll und lV werden fachrichtungsübergreifende Kenntnisse erworben. Teil lll behandelt Betriebswirtschaft und Recht. Hierfür werden 270 Unterrichtsstunden festgelegt. Teil lV führt zur Ausbildereignung. In diesem Fach liegt der Fokus besonders auf Berufs- und Arbeitspädagogik. Dieser Teil wird 120 Stunden unterrichtet. Zur Prüfung gehören ein schriftlicher Test und eine Unterweisungsprobe.

Die Meistervorbereitungslehrgänge werden in Vollzeit und Teilzeit angeboten. Welche Weiterbildungsform hast Du gewählt?

Schürmann: Angemeldet habe ich mich für den Teilzeitkurs. Dieser dauert zweieinhalb Jahre. Die beiden Teile lll und lV habe ich somit in der Abendschule bei der Kreishanderwerkschaft Heinsberg in Geilenkirchen absolviert. In Absprache mit meinem Arbeitgeber und der Weiterbildungsberatung der Handwerkskammer Aachen konnte ich die beiden Teile l und ll anschließend in Vollzeit im Bildungszentrum BGE Aachen besuchen. Eine Kombination aus beiden Formen ist zwar unüblich, stellte sich allerdings für mich als der richtige Weg raus. Besonders die Fachpraxis und Fachtheorie sind sehr komplex und nicht selten kam es vor, dass wir Projekte außerhalb der Unterrichtszeiten verwirklichen sollten. Das hätte neben der normalen Arbeit einfach nicht geklappt.

Wie hoch war der Anspruch in den Prüfungen und wie hast Du Dich vorbereitet?

Schürmann: Die Prüfungen an sich waren sehr komplex. Für mich waren vor allem die fachrichtungsspezifischen Teile eine Herausforderung. Denn gerade in diesem Bereich sind die Erwartungen sehr hoch. Nach dem Unterricht haben wir uns häufig in kleinen Gruppen zusammengesetzt und uns ausgetauscht. Dadurch konnten wir viel voneinander lernen.
Abschließend kann ich sagen: Der Handwerksmeister lohnt sich! Nicht nur, um seine Karrierechancen zu steigern, sondern auch, um seine Fähigkeiten und Kenntnisse im praktischen und theoretischen Teil zu verbessern.

Info: Alle Informationen rund um die Meisterschule, Kosten und Förderungen erhalten Sie bei der Weiterbildungsberatung der Handwerkskammer Aachen in der BGE Aachen, Tel.: +49 241 9674-117 oder Tel.: +49 241 9674-122, und unter E-Mail:  weiterbildung(@)hwk-aachen.de.